Der Reinhard-Berger Tauchpokal ist ein Pokal der alle zwei Jahre unter den Rettungstauchern der Wasserwachten in Bayern ausgetragen wird.
Bei dieser Veranstaltung geht es um das ausführen verschiedener Tätigkeiten unter Wasser, Orientierung, Navigation und Kondition der Taucher.
All diese Punkte werden von Rettungstauchern der Wasserwacht im Einsatzfall abverlangt und müssen von ihnen in regelmäßigen Abständen in ihren Tauchgewässern trainiert werden, damit diese auch unter erschwerten Bedingungen einwandfrei sitzen!
Auf Veranstaltungen wie dem Reinhard-Berger Tauchpokal werden diese Fertigkeiten von den Tauchern abverlangt und in einem freundschaftlichen aber dennoch sportlichen Wettkampf auch trainiert.
Am Sonntag den 02.05.2010 war es dann soweit das der Pokal in Nonnenhorn ausgetragen wurde. Der Austragungsort und damit auch das Tauchgewässer wird von der Kreiswasserwacht bestimmt aus der die Gewinner des letzten Reinhard-Berger Pokals angetreten sind. Im Jahre 2008 waren das die Taucher der KWW Lindau, die aus den Ortsgruppen Wasserburg und Nonnenhorn antraten.
Nach Gesprächen zwischen der Gemeinde Nonnenhorn und den Tauchern bot sich das Strandbad Nonnenhorn und die Uferanlage „Nonnenstein“ als passender Austragungsort an. Die angereisten Taucher wurden im Feuerwehrhaus Nonnenhorn untergebracht.
Am Freitag vor der Veranstaltung fand eine Ausbilder Tagung der Rettungstaucher in Nonnenhorn statt, diese bot sich an da die Ausbilder der Wasserwacht die Funktion der Schiedsrichter bei einer solchen Veranstaltung übernehmen.
Am Samstag den ersten Mai wurde der Parkuhr von den Ausbildern aufgebaut. Auf Grund der Genehmigung und des vom Landratsamt genehmigten Gebietes betrug die maximale Tauchtiefe dieser Veranstaltung ca. 9m, aber es ging ja auch nicht um eine „tief Tauch“ Veranstaltung.
Am Sonntagmorgen um 0800h war es dann soweit, alle Taucher, Ausbilder und Helfer fanden sich im Heim der Wasserwacht Nonnenhorn zu einem gemeinsamen Frühstück ein. Im Anschluss wurden die vier verschiedenen Tauchtrupps in ihre Startgruppen eingeteilt und dann konnte es gegen 0930h los gehen.
Die erste Gruppe die den Parkuhr durchqueren durfte war die Jugendgruppe der Wasserwacht Nonnenhorn mit vier Tauchern und einem Ausbilder der sie begleitete. Die Jugendlichen hatten im vergangenen Sommer an der Ausbildung zum Sporttaucher welcher von ihrem Jugendleiter organisiert wurde teilgenommen und durften nachdem sie noch keine Rettungstaucher sind „außer Konkurrenz“ teilnehmen.
Im Anschluss folgten die Taucher aus Neu-Ulm, Senden, Illertissen und zu guter letzt die Titelverteidiger aus Nonnenhorn.
Die Taucher wurden vom Hafen mit dem Rettungsboot der Ortsgruppe Nonnenhorn zu dem Rettungsboot „Seewolf“, welches aus Lindau zur Absicherung und als Startboot der Veranstaltung angereist war, übergestellt. Die Absicherung der Taucher beim Auftauchen und dem schwimmen an der Oberfläche übernahm die Wasserwacht Weiler mit einem ihrer Hochwasserbooten das speziell für seichtes Gewässer ausgelegt ist und somit eine ideale Ergänzung zur Absicherung darstellte.
Das Start- und Sicherungsboot „Seewolf“ lag ca. 400m südlich der Uferanlage „Nonnenstein“. An diesem Boot war auch schon die ersten Stationen des Pokals, es waren Aufgaben die das Arbeiten als Team unter Wasser simulieren sollten.
Unter diesen Aufgaben war ein Kreuz aus Holzbalken mit einer Leine zusammen zu bauen, das Sägen von Holz unter Wasser und das verschrauben und wieder zerlegen von einem Metallflansch mit 5 Schrauben.
An Land bzw. als nicht Taucher hören sich diese Aufgaben sicher nicht anspruchsvoll an, man darf aber nicht vergessen dass man beim Arbeiten unter Wasser keinen Widerstand und auch keine Auflagefläche hat. Was an dieser Stelle auch noch erwähnt werden sollte ist das die Taucher da der Bodensee zum Zeitpunkt der Veranstaltung 11°C (gemessen in Strandbad Nonnenhorn) hatte und die Taucher aus diesem Grund auch noch mit dicken Neopren Handschuhen ausgestatten waren, was das Arbeiten zusätzlich erschwert.
Im Anschluss mussten die Taucher zur nächsten Station, welche sie über ein am Grund gespannten Band finden konnten, tauchen. Bei dieser Station wurde die Fertigkeit das Tauchgerät unter Wasser abzulegen und im Anschluss wieder anzulegen auf die Probe gestellt. Es musste ein Taucher aus den vierer Gruppen durch einen Ring tauchen, um dies zu schaffen musste das Tauchgerät abgelegt und vor dem Taucher durch den Ring geschoben werden.
Nach dem erfolgreichen wieder anlegen des DTG mussten die Taucher auftauchen um mit einer Übung zur Navigation fortzufahren. Ziel der Übung war es den „Nonnenstein“ mit dem mitgeführten Kompass anzupeilen und nach dem wiederabtauchen diesen unter Wasser anzutauchen und dort zur letzten Disziplin aufzutauchen.
Die letzte Disziplin bestand aus einem schwimmen mit der kompletten Ausrüstung vom Nonnenstein zum ca. 400m entfernten Strandbad wo nach erreichen der kompletten Gruppe die Zeit gestoppt wurde.
Herzklopfen bei den Tauchern, den Sicherungsteams und den Helfern an Land verursachte auch noch ein Kursschiff, welches trotz Sicherungsbooten, Genehmigung und der vorschriftsmäßig gesetzten Alpha-Flagge welche für „Achtung: Taucher im Wasser“ steht, nach dem es in Nonnenhorn mit Kurs auf Kressbronn abgelegt hat mitten durch den Parkuhr fuhr. Nur durch eine glückliche Fügung waren die Taucher zu diesem Zeitpunkt gerade an der Oberfläche und konnten somit gesehen werden. Zum Glück ist keinem Teilnehmer etwas passiert… Bleibt somit nur noch die Frage offen wie so eine nicht ungefährliche Situation trotz einer Genehmigung vom Landratsamt überhaupt eintreten kann…
Dank der Gemeinde Nonnenhorn welche das Strandbad für diese Veranstaltung stellte, konnten die Taucher nach der Anstrengung im recht kalten Wasser warm Duschen und hatten die Möglichkeit sich in einer Trockenen Umgebung umzuziehen.
Leider war das Wetter an diesem Wochenende nicht auf der Seite der Taucher und der Helfer an Land, Regen und kalter Wind sorgten für eine ungemütliche Stimmung an Land.
Abgeschlossen wurde Reinhard-Berger Pokal mit einem gemeinsamen Essen, welches von Thomas Graf zubereitet und vom Technischen Leiter der Kreiswasserwacht Lindau eröffnet wurde, und der anschließenden Siegerehrung.
An dieser Stelle gilt der Besondere Dank der Gemeinde Nonnenhorn, Bernd Dietrich, Hubert Bittl, Thomas Graf und seinem Team, der Segelschule Wasserburg für die Stiftung des Pokals, der KWW Lindau, und allen weitern fleißigen Helfern an Land und auf den Boten, ohne die diese Veranstaltung mit Sicherheit nicht zu so einem Erfolg geworden währe.
Ein Lob möchte ich auch noch unserer Jugendmannschaft aussprechen welche sich wacker geschlagen hat und wie ich hoffe dies zum Anlass nehmen wird ihre Fertigkeiten im Tauchen auszubauen und auch weiterhin mit Freude und Elan in unserer Ortsgruppe mitarbeiten.
Alexander Nagel
Technischer Leiter